Bosparanisches Blatt
Puniner Magistrat laeszt Yaquiro fuer jeglichen Schiffsverkehr sperren!
Transithandel zwischen dem Horasreich und Garetien bald unterbrochen?

Punin. Noch hat sich der Hohe Rat der freien Reichsstadt Punin nicht zu seinen weiteren Intentionen geäußert, doch die schwere Sperrkette aus Angbarer Stahl, mit welcher der Rat den Yaquirstrom auf Höhe der Kaiser-Raul-Brücke für jeglichen Schiffsverkehr zu blockieren beabsichtigt (siehe YB 7), ist dem Vernehmen nach bereits in der Stadt eingetroffen.

Dom Konnar von Berg zum Berg am Jennbach, der im Namen des Reichserzkanzlers versuchte, die Kette zu beschlagnahmen, wurde daraufhin auf Geheiß der Puniner Ratsmeisterin, Domña Rinaya Aldonaza von Madjani, in das tiefste Verließ ihres Landsitzes geworfen und erst auf direkte Ordre der Garether Reichserzkanzlei wieder auf freien Fuß gesetzt.
Zwar verfolgt der Puniner Rat mit der angekündigten Sperrung des Flusses wohl vor allem das Ziel, den Hafen der alten Rivalin Ragath lahmzulegen, allein wird nun auch jeglicher liebfeldische Transithandel yaquiraufwärts ins zentrale Mittelreich von einer solchen Maßnahme hart getroffen. Da Punin nach mittelreichischem Recht nämlich über das Stapelprivileg für seinen Hafen verfügt, müssen alle dort ausgeschifften Waren zu ortsüblichen Preisen zuerst den Händlern der Puniner Kaufmannsgilde angeboten werden. Weil ein direktes Weiterverschiffen nach Ragath, wo dieses Recht von der örtlichen Gilde nicht in Anspruch genommen wird, bei einer Sperrung des Flusses nicht mehr möglich wäre, würde demnächst fast jeglicher Handel mit Ragatien, Garethien, Greifenfurt, Darpatien und dem fernen Weiden nur noch über Puniner Mittelsmänner möglich sein, so man nicht gänzlich auf den Seeweg von Kuslik nach Havena und den Großen Fluß aufwärts ausweichen möchte.
Damit dies aber nicht geschehe, haben der Ragather Gildenrat und Dom Escalio d'Artesa, der Herr des Ratzinger Hafens und Marktes, für den Fall einer Sperrung des Yaquiro bereits eine Überlandumgehung der Sperre eingerichtet. Demnach würden liebfeldische Flußschiffe mit Waren für die genannten Provinzen demnächst in Ratzingen gelöscht, wo ebenfalls das Ragather Marktrecht zur Anwendung gelangt, mithin kein Stapelprivileg beansprucht wird, und von dort, unter Umgehung Punins, mit Fuhrwerken über Taladur zu Lande nach Ragath transportiert, von wo, wie schon bisher, der Weitertransport auf der Reichsstraße firunwärts erfolgen kann.
Für die Wagenzüge steht in Ratzingen wie in Ragath gegen angemessenes Entgeld auch bewaffnete Bedeckung zur Verfügung, da womöglich mit Übergriffen Punins und seiner Verbündeten in diesem Handelskonflikt auf die Transporte zu rechen ist. Insbesondere Inosdal und Yassafheim haben sich mit den Puninern im sogenannten "Yaquirbund" zusammengeschlossen, dessen Ziel dem Ondit zufolge im Betreiben von Wegelagerei, wie unlängst zu Nesterbrück von Puniner Bütteln verübt (siehe YB 1 & 2), und in der Förderung des Piratenunwesens auf dem Fluß bestehen dürfte, wurde doch schon in der Vergangenheit das Ragather Marktschiff 'Graf Bugo' bei seiner Rückkehr aus Pertakis Opfer eines von Punin initiierten Piratenüberfalls (siehe YB 3).
Vielleicht eskaliert gar schon in den nächsten Tagen der bestehende Handelskonflikt noch weiter. Mehrere Magnaten der Waldwacht wie Ragatiens haben, wohl ob der Festsetzung des Herrn von Berg und der weiteren Drohungen aus Punin, die Landwehren ausgehoben und sind dabei, ihre Reisigen zu sammeln. Auch die Ragather Bürgerwehr steht bereits unter Waffen. Allenfalls von einer dringend einberufenen außerordentlichen Versammlung der Almadaner Landstände verspricht man sich noch Schlichtung in der Angelegenheit, wo selbst direkte Ordre aus Gareth die Puniner bislang nicht zum Einlenken bewegen konnte.

Dirk Brandherm